Blog Martin Lüscher Kolumne
19. Oktober 2026 · Blog

Eine gute Nach­richt

Schlechte Nachrichten schaffen Aufmerksamkeit. Gute gehen unter. Ein anschauliches Beispiel dafür bietet die Verschuldung in Amerika: Die US-Staatsschulden erreichen im Vergleich zur jährlichen Wirtschaftsleistung bald einen Rekord.

Martin Lüscher
Martin Lüscher

Was für eine einprägsame Schlagzeile: So hoch waren die US-Staatsschulden noch nie! Weniger bekannt ist hingegen die gute Nachricht, dass die Verschuldung der amerikanischen Haushalte im Vergleich zur jährlichen Wirtschaftsleistung seit der Immobilienkrise vor zwei Dekaden kontinuierlich gesunken ist.

Betrug sie Anfang 2009 noch fast so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung, ist sie seither auf 66% gesunken. So niedrig wie heute war sie zuletzt 1999. Für die Wirtschaftsentwicklung ist das durch und durch erfreulich, ist der Privatkonsum doch die wichtigste Stütze der Wirtschaft.

Dank ihres soliden finanziellen Fundaments können die amerikanischen Konsumentinnen und Konsumenten trotz hoher Zinsen weiter konsumieren und gar in die Bresche springen, falls der Staat dereinst seinen Konsum aufgrund von Sparmassnahmen reduzieren wird. Etwa so wie der Staat in den vergangenen zwanzig Jahren die Ausgaben erhöhte, als sich die Haushalte entschuldet haben.

Für keine Schlagzeilen sorgt die Staatsverschuldung in der Schweiz. Wegen der Schuldenbremse beträgt sie gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung 16%. Inklusive der Schulden der Kantone und Gemeinden sind es 40%.

Ganz anders hingegen die Verschuldung der Schweizer Haushalte. Sie beträgt 125% der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ein Weltrekord. Problematisch ist diese hohe Zahl aber nicht. Denn Weltspitze sind die Schweizerinnen und Schweizer auch bei den Vermögenswerten.

Das Finanzvermögen der Schweizerinnen und Schweizer beträgt gemäss der Schweizerischen Nationalbank per Ende des vergangenen Jahres 3,3 Billionen Franken. Werden die Schulden abgezogen und die Immobilien hinzugezählt, sind es gar 5,1 Billionen Franken, oder mehr als eine halbe Million Franken pro Person. Das ist ein Weltrekord. Und ebenfalls eine einprägsame Schlagzeile.

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Martin Lüscher