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Die Carrosserie Greco hat sich vom kleinen Familienbetrieb zu einem modernen Unternehmen mit zwei Standorten entwickelt. Früh setzte die zweite Generation auf neue Technologien und baute sich insbesondere bei Elektrofahrzeugen einen Namen auf. Dabei setzt Greco auf gut ausgebildete Fachkräfte, umfassenden Service – und eine Hausbank, die ihr Geschäftsmodell versteht.
In der Carrosserie Greco in Sirnach herrscht Hochbetrieb. Verschiedene Arbeitsschritte erfordern unterschiedliche Arbeitsplätze – und an diesem Vormittag sind fast alle besetzt. Das liegt auch am Hagelsturm, der vor Kurzem über Teile der Schweiz gezogen ist. Doch Inhaber und CEO Francesco Greco kennt solche Bilder auch aus dem normalen Arbeitsalltag. Rund 70 bis 80 Fahrzeuge repariert das Unternehmen pro Woche. Hinzu kommen die Felgenreparaturen von Felgengorilla.
Wer bei einer Carrosserie noch hauptsächlich an Blech, Spachtelmasse und Lack denkt, liegt ohnehin einige Jahre zurück. «Ein Auto ist heute Hightech auf vier Rädern», sagt Francesco Greco. Sensoren, Kameras, Hochvolttechnik und komplexe Materialien haben das Handwerk verändert. IT-Kenntnisse gehören inzwischen ebenso zum Beruf wie der fachgerechte Umgang mit einer beschädigten Carrosserie. Aus dem klassischen Carrosseriespengler ist heute ein Carrosserietechniker geworden.
Die Geschichte des Familienbetriebs beginnt 1980. Francesco und Adrianos Eltern gründeten damals ein reines Autospritzwerk. Die beiden Söhne absolvierten ihre Lehren bewusst ausserhalb des elterlichen Betriebs, sammelten Berufserfahrung und kehrten später ins Unternehmen zurück. Als sich die Frage nach der Zukunft stellte, entschieden sie sich für den Familienbetrieb. Der Generationenwechsel dauerte mehrere Jahre, ehe Francesco und Adriano Greco das Unternehmen vom Vater übernahmen. Heute führen sie es gemeinsam als Mitinhaber.
Dass Greco heute weit über die Region hinaus bekannt ist, hat auch mit einer frühen unternehmerischen Entscheidung zu tun. Seit rund zwölf Jahren ist das Unternehmen Tesla-zertifiziert und gehörte damit zu den ersten zertifizierten Carrosseriebetrieben der Schweiz. Greco setzte früh auf Elektromobilität und baute sich über Jahre entsprechendes Know-how auf. Zeitweise sorgten Tesla-Fahrzeuge für rund 70 Prozent der Auslastung. Heute ist Greco wesentlich breiter aufgestellt und hat dieses Wissen auf weitere Marken und Technologien übertragen. Die frühe Spezialisierung bildet damit einen wichtigen Grundstein für die heutige Kompetenz bei modernen und elektrifizierten Fahrzeugen.
Die Zertifizierungen stellen allerdings hohe Anforderungen an Betrieb und Personal. Die Mitarbeitenden brauchen laufend Weiterbildung. Englisch sei inzwischen ein Muss, sagt Greco. Tesla schreibt Schulungen vor, die teilweise in den Niederlanden stattfinden. Hinzu kommen Hochvoltkurse und interne Weiterbildungen für alle Mitarbeitenden. Die Anforderungen werden weiter steigen. Autonomes Fahren hält Greco nicht für blosse Zukunftsmusik. Auch Roboter dürften in den Werkstätten Einzug halten. Er will sich deshalb demnächst Lackierroboter genauer ansehen. Allerdings lasse sich industrielle Fertigung nicht eins zu eins auf einen Reparaturbetrieb übertragen: Hier gleicht kaum ein Schaden dem anderen. «Spengler und Lackierer wird es immer geben», ist Greco überzeugt. Maschinen könnten die Fachkräfte unterstützen, aber nicht sämtliche Arbeit übernehmen.
Bei aller Technik bleibt ein Grundsatz erstaunlich bodenständig: «Wir reparieren statt ersetzen.» Wo immer es möglich und sinnvoll ist, setzt Greco beschädigte Teile instand, statt sie auszutauschen. Dafür brauche es gut ausgebildete Fachkräfte, sagt der Geschäftsführer. Ein Ersatzteil einzubauen, sei oft einfacher. Doch das neue Teil müsse produziert und transportiert, das beschädigte entsorgt werden. Eine Reparatur spare Material, sei häufig schneller und senke die Kosten.
Nachhaltigkeit beschränkt sich bei Greco nicht auf die Reparatur. Auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage Strom und deckt nach Angaben des Unternehmens rund 30 Prozent des eigenen Bedarfs. Das ist relevant, denn Lackiererei und Werkstatt benötigen viel Energie. Farb- und Kunststoffreste, Karton, Stahl und Aluminium werden getrennt entsorgt. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, seinen CO₂-Ausstoss weiter zu reduzieren.
Technische Qualität allein genügt nach Ansicht von Francesco Greco heute allerdings nicht mehr. «Technische Qualität ist heute die Grundvoraussetzung. Den entscheidenden Unterschied macht der Zusatzservice.» Greco versucht darum, der Kundschaft nach einem Schaden möglichst viel Arbeit abzunehmen. «Greco regelt alles für Sie», lautet der Anspruch.
Dazu gehört auch ein Hol- und Bringservice. Mitarbeitende holen das beschädigte Fahrzeug zu Hause ab und lassen einen Ersatzwagen zurück. Nach der Reparatur kommt das gereinigte Auto wieder zur Kundschaft. «Heute muss man mit dem Service trumpfen», sagt Greco. Auch im Kundendienst brauche es deshalb mehr als technisches Wissen. Ein guter Mitarbeiter sei gleichzeitig Experte, Kundenberater und manchmal sogar ein wenig Psychologe.
Der Betrieb kann dabei auf eine beachtliche Grösse zurückgreifen. In Sirnach arbeiten 30 Personen in der Carrosserie und sechs im Büro und Kundendienst. Bei der Filiale Carrosserie Plankl in Wittenbach sind es weitere 15 Mitarbeitende. Auch Nachwuchs bildet Greco selbst aus: Vier Lernende absolvieren derzeit eine Ausbildung als Carrosseriespengler oder Autolackierer. Schwierigkeiten, geeignete Leute zu finden, kenne das Unternehmen kaum, sagt Greco. Er führt das auch auf die moderne Infrastruktur zurück.
Wer technologisch Schritt halten will, muss investieren. Das gilt besonders in einer Branche, in der Elektromobilität, Digitalisierung und immer komplexere Fahrzeugtechnik laufend neue Ausrüstung und zusätzliches Know-how verlangen. Greco arbeitet dabei seit vielen Jahren mit acrevis zusammen. Francesco Greco schätzt vor allem, dass seine Hausbank nicht nur auf Zahlen schaut: «Sie wollen verstehen, wie der Kunde tickt und wie das Business funktioniert.»
Albulena Rexhaj-Morina kennt das Unternehmen seit über zehn Jahren. Für die Leiterin der acrevis Niederlassung Bütschwil ist dieses Wissen eine Voraussetzung für eine gute Beratung: «Wer einen Carrosseriebetrieb kompetent begleiten will, muss mehr verstehen als seine Bilanz.» Entscheidend seien das Geschäftsmodell, die Investitionszyklen und die technologische Entwicklung der Branche. Bei Greco habe sie über die Jahre erlebt, wie das Unternehmen neue Chancen früh erkenne und gezielt in Know-how, Infrastruktur und Dienstleistungen investiere.
Gerade solche Investitionen verlangen auch von der Bank Weitsicht. «Als Bank müssen wir nachvollziehen können, weshalb solche Investitionen heute notwendig sind, auch wenn sich ihr voller Nutzen erst später zeigt», sagt Rexhaj-Morina. Über die Jahre sei so aus einer klassischen Bankbeziehung eine Partnerschaft auf Augenhöhe entstanden, geprägt von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen.
Auch wenn vielleicht eines Tages Roboter neben den Mitarbeitenden lackieren oder andere Arbeitsschritte übernehmen werden, so bleiben beschädigte Fahrzeuge doch Einzelstücke. Jemand muss beurteilen, richten, vorbereiten, Farben mischen und entscheiden, was sich reparieren lässt. Ja, das Geschäft der Familie Greco hat sich seit 1980 stark verändert. Ein Grundsatz ist dabei erstaunlich einfach geblieben: Was sich fachgerecht reparieren lässt, wird repariert. Dafür braucht es moderne Technik – und Menschen, die ihr Handwerk verstehen.